Prinzipien

Die vier Prinzipien des CV

Der Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen richtet seine Aufgabe in der Gesellschaft nach seinen Prinzipien religio, scientia, amicitia und patria aus.

Sie charakterisieren Verband und Verbindungen in ihrer Eigenart und sind Ausdruck des Anspruchs, den der CV an jedes einzelne Mitglied stellt.

Das Prinzip „religio“

Der CV ist bewußt als katholischer Verband gegründet worden. Das Prinzip religio ist kein Grundsatz neben anderen, sondern es steht den Übrigen voran und bestimmt das Leben des Einzelnen wie auch die Arbeit des CV.

Daraus ergibt sich die Aufgabe, an der Gestaltung des kirchlichen Lebens mitzuwirken. Hier bemühen sich die Mitglieder des CV, insbesondere das Verständnis innerhalb der christlichen Konfessionen zu fördern, wobei sie im eigenen, gefestigten Standpunkt die beste Grundlage fuer eine Annäherung sehen.

Die Zulassung der Aufnahme von nichtkatholischen Christen hält der Cartellverband zum gegenwärtigen Zeitpunkt für nicht erforderlich.

Aus der Botschaft, der sich der Christ verpflichtet weiß und die dieser Welt half und hilft, zu sich selbst zu finden, erwächst die entscheidende Verantwortung des Christen für diese Welt.

Nicht nur verbal, sondern aktiv muß er den Auftrag erfüllen, diese Welt menschlicher zu machen – der einzelne wie auch die Gesellschaft. «

Das Prinzip „scientia“

Der CV sieht in der Pflege der Wissenschaft eine zentrale Aufgabe des Verbandes und seiner Mitglieder. Er setzt sich für die Freiheit von Forschung und Lehre ein und bejaht ein wahrheits-, leistungs- und erfolgsbezogenes pluralistisches Bildungssystem.
Hierbei ist es für den Verband wichtig, einer Verschulung des Studiums entgegenzuwirken, und er achtet beispielsweise mit dem Bildungsprogramm der verbandseigenen CV-Akademie darauf, daß dem Studenten während seines Studiums auch eine umfassende und fachübergreifende akademische Ausbildung angeboten wird.
Die Verbindungen sehen als eine wesentliche Aufgabe bei der Durchführung des Prinzips scientia an, ihre Mitglieder in deren Bemühungen um einen erfolgreichen Ablauf und Abschluß des Studiums zu fördern.

Ebenso bejahen sie die Verpflichtung für jeden einzelnen, die ihm gegebenen Möglichkeiten der Information und des Lernens so intensiv wie möglich wahrzunehmen.

Die Verbindung als Zusammenschluß von studierenden und berufstätigen Akademikern hat sich mit hochschul- und bildungspolitischen Problemstellungen zu befassen und zur Meinungsbildung sowohl ihrer Mitglieder als auch der Öffentlichkeit beizutragen. «

Das Prinzip „amicitia“

Als verbindendes Moment zwischen den verschiedenen Altersgruppen und Einzelpersönlichkeiten kommt der Bundes- und Cartellbrüderlichkeit eine besondere Bedeutung zu.
Aus ihr ergibt sich der Charakter des Verbandes als Lebensbund – ein gravierender Unterschied zu anderen gesellschaftlichen Gruppen.
Die Lebensfreundschaft bildet die Basis fuer geistige und materielle Hilfe untereinander und ist das Ergebnis der gemeinsamen Bemühungen um die Prinzipien.
Die Haltung der Cartellbrüderlichkeit ist gleichzeitig Teil der vom christlichen Glauben geforderten Zuwendung zu allen Menschen.
Für den Studenten bietet das Prinzip amicitia die Möglichkeit, in der Verbindung Freundschaften zu schließen, die weit über die flüchtigen Zufallsbekanntschaften an der heutigen Massenuniversität hinausgehen. «

Das Prinzip „patria“

Die Verbindungen im CV nennen sich bewußt nicht nur „katholisch“ sondern auch ausdrücklich „deutsch“. Dies hat nichts mit engstirniger Deutschtümelei zu tun, wie es den Korporationen häufig nachgesagt wird.
Das Bewahren von Traditionen, von Sprache und Sitte, von Gebräuchen und Kultur bedeutet fuer den CV, verwurzelt zu sein mit der Heimat, mit dem Vaterland und seinem Volk.
Die Findung und Wahrung der eigenen Identität soll dem jungen Verbindungsstudenten Stütze sein gegenüber Vermassung der Gesellschaft, Geschichts- und Orientierungslosigkeit.
Auch wollen sich die Verbindungen nicht aus der politischen Verantwortung, das heißt aus der Verpflichtung gegenüber Volk und Staat, stehlen, um sich einer inneren Emigration hinzugeben, denn Staat und Gesellschaft sind nur dann handlungsfähig, wenn der einzelne sich seiner Verantwortung voll bewußt ist.
Parteipolitik wird vom CV nicht vertreten, vielmehr steht der Verband jeder Meinung offen, sofern sie mit demokratischem Gedankengut und der katholischen Sitten- und Glaubenslehre vereinbar ist.
Unvereinbar ist daher die Mitgliedschaft in links- oder rechtsextremistischen Parteien und Gruppen.
Die Liebe zu Deutschland ist jedoch eingebettet in eine grössere Aufgabe, deren Verwirklichung vom CV mit allen Kräften unterstützt wird: der Realisierung eines vereinten Europas als das größere Vaterland.